Supply Chain Optimierung im Mittelstand – wo fängt man an?

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  • #1515
    DokuDaniel
    Teilnehmer

    Hallo zusammen, ich bin bei einem mittelgroßen Fertigungsunternehmen (Maschinenbau, ca. 200 MA) für den Einkauf und die Logistik zuständig. Wir haben massive Probleme mit unserer Lieferkette – Lieferantenausfälle, schlechte Transparenz, keine vernünftige Bedarfsplanung. Unser ERP macht das theoretisch, aber in der Praxis plant jede Abteilung noch irgendwie selbst mit Excel.

    Meine Frage: Welche Techniken oder Tools haben bei euch wirklich geholfen, die Supply Chain in den Griff zu kriegen? Und lohnt sich externe Beratung oder kann man das intern stemmen? Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar.

    #1516
    bp763906c8
    Teilnehmer

    Das klingt sehr vertraut, wir hatten fast exakt das gleiche Problem vor zwei Jahren. Der erste Schritt war bei uns, wirklich konsequent alle Bedarfsdaten aus dem ERP zu nutzen und Excel parallel abzuschaffen – das klingt banal, ist aber der härteste Teil, weil die Leute ihre gewohnten Tabellen einfach nicht loslassen wollen.

    Technisch haben wir auf ein APS-System (Advanced Planning & Scheduling) gesetzt, das direkt an unser SAP angebunden ist. Damit hat die Transparenz schon deutlich zugenommen. Aber ehrlich gesagt hat das allein nicht gereicht – die Prozesse drumherum müssen auch stimmen, sonst planst du nur schneller am Bedarf vorbei.

    #1517
    annisromo331
    Teilnehmer

    Ich würde externe Unterstützung auf keinen Fall unterschätzen. Intern hat man oft zu wenig Abstand zum eigenen System und sieht die wirklichen Stellschrauben nicht mehr. Wir haben damals eine Beratung eingeschaltet, die sich auf produzierende Unternehmen spezialisiert hat – über rothbaum-consulting.de bin ich seinerzeit gestolpert, die machen genau dieses Thema Supply Chain für den Mittelstand. Hat uns geholfen, erstmal die Schwachstellen sauber zu analysieren, bevor wir irgendwas an Software angefasst haben.

    Der Punkt ist: Technik allein löst das nicht. Erst Prozess verstehen, dann das passende Tool draufsetzen – nicht umgekehrt.

    #1518
    gretayard6
    Teilnehmer

    Dem kann ich nur zustimmen. Bei uns war die größte Erkenntnis, dass wir viel zu früh in Richtung neue Software gedacht haben. Am Ende hat uns eine saubere ABC/XYZ-Analyse der Materialien und eine ehrliche Lieferantenbewertung mehr gebracht als jedes neue Tool. Danach wusste man wenigstens, wo man wirklich hinschauen muss.

    Was Technik angeht: S&OP-Prozesse ordentlich aufsetzen, regelmäßige Planungsrunden mit Vertrieb und Produktion – das klingt old school, aber ohne diese Grundlage schwimmt jedes fancy System. Viel Erfolg jedenfalls, ist kein einfaches Thema.

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